Erlaubnispflicht für Hundetrainer - Pressemitteilung

Pressemitteilung

Unbemerkt von vielen Hundebesitzern herrscht unter den Hundetrainern seit einigen Monaten Aufregung und Verunsicherung. Verursacht wird dies durch die Neuregelung des § 11 TSchG (Tierschutzgesetz)

Bereits im vergangenen Jahr wurde das Tierschutzgesetz vom 07. August 2013 geändert, mit einer Übergangsfrist zum 01.08.2014.

§ 11 Abs.1 Satz 1 Nr. 8 f TierSchG wurde neu aufgenommen: Wer gewerbsmäßig für Dritte Hunde ausbildet oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleitet, benötigt eine Erlaubnis der zuständigen Behörde.

Dies erfüllt eine langjährige Forderung der Berufsverbände, nach mehr Qualität und Seriosität in der Hundeausbildung.

Die Interessengemeinschaft unabhängiger Hundeschulen e. V. hat kurz nach Bekanntgabe des Gesetzes bei der zuständigen Arbeitsgruppe ihre Mitarbeit angeboten, um bei der Ausarbeitung einer fairen und sinnvollen Regelung mitzuhelfen. Diese Mitarbeit wurde - wie auch ähnliche Angebote anderer Berufsverbände - komplett abgelehnt.

Im Mai 2014 tagte die Arbeitsgruppe der Bundesländer mit dem Ergebnis, dass man sich auf eine bundeseinheitliche Vorgehensweise nicht einigen konnte.

Es gibt bis zum heutigen Tag weder eine Rechtsverordnung noch Durchführungsbestimmungen geschweige denn eine Prüfungsordnung. Wie in allen anderen ähnlich gelagerten Fällen in den vergangen en Jahrzehnten praktiziert, fehlt außerdem komplett eine Regelung zum Bestandsschutz.

Zur Zeit sieht es so aus, dass jedes Bundesland eigene Empfehlungen an die Veterinärämter herausgibt. Die meisten erkennen eine Zertifizierung durch eine Tierärztekammer oder die IHK an. Der Rest scheint vollkommen willkürlich gehandhabt zu werden. Einige KollegInnen besitzen bereits eine Zulassung (die Vorlage einiger Fortbildungsnachweise reichte hierfür aus), anderen wurde bereits mit der Schließung ihrer Hundeschule gedroht, was einem Berufsverbot gleichkommt und Existenzen vernichtet.

In vielen Fällen empfehlen die Bundesländer eine Überprüfung durch einen Computertest namens DOQ-Test Pro einer privaten Firma, der im Veterinäramt abgelegt werden soll. Leider kennt niemand den Inhalt dieses Tests. Rahmenbedingungen sowie Fragen des Datenschutzes sind völlig unklar. KollegInnen, die diesen Test bereits abgelegt haben, berichten von unverhältnismäßig viel Fragen hinsichtlich medizinischer Detailfragen. Selbstverständlich muss ein Hundetrainer ein gesundheitliches Basiswissen haben. Er muss erkennen, wenn es dem Hund nicht gut geht, wie ein Schock, Hitzschlag, Vergiftung etc. erstzuversorgen ist und wann der Hund zum Tierarzt geschickt werden sollte. Aber muss er wirklich die einzelnen Knochen im Hüftgelenkt sortieren können? Eine Vorbereitung auf diesen Test ist unmöglich, wenn die Inhalte nicht bekannt sind. 

Nach Bestehen des Computertests folgen meist ein mündliches Fachgespräch sowie eine praktische Prüfung, deren Inhalte, Ablauf etc. ebenfalls nicht bekannt sind. 

Im Hundetraining gibt es einige Grundlagen, daneben auch aber verschiedene Stilrichtungen hinsichtlich der Erziehungsmethoden.

In vielen Bundesländern sollen dies die ohnehin überlasteten Veterinärämter alleine durchführen, in einigen anderen werden externe Sachverständige (meistens Tierärzte) hinzugezogen. Viele dieser kurzfristig ernannten - in Bayern beispielsweise nach einem Wochenende Schulung - Prüfer haben erst einmal die Verunsicherung der Hundetrainer genutzt und bieten teilweise sehr teure Vorbereitungskurse für die Prüfung an. 

Gleiches gilt für teilweise anerkannte private Ausbildungsinstitute. 

In einigen Bundesländern wird auch dies nicht durchgeführt, sondern pauschal auf ebenfalls sehr teure (teilweise über 1.500,00 Euro plus Fahrt-/Übernachtungs- /Verdienstausfallkosten) externe Zertifizierungen verwiesen. 

Die IG Hundeschulen e. V. begrüßt den Grundgedanken der Änderung des Tierschutzgesetzes, wird doch damit eine langjährige Forderung nach Qualität in der Hundetrainerausbildung wenigstens teilweise erfüllt.

Sie ist jedoch der Meinung, dass die jetzige Vorgehensweise nicht im Sinne des Tierschutzes ist. Die Kapazitäten der Veterinärämter werden über Gebühr belastet und blockieren damit sicher viele tier- und seuchenrechtliche wichtige Angelegenheiten.

Wir fordern eine bundeseinheitliche und faire Regelung, bei der der DHVE e. V. als Dachverband der Hundetrainer in Deutschland mit eingebunden werden soll.

Wir möchten hierzu auch auf die Stellungnahme unseres Rechtsanwaltes Jan Plischke von der Kanzlei Toprak & Partner verweisen, die wir hier gerne für alle Interessierten und KollegInnen zur Verfügung stellen. Stellungnahme und Überblick über die Neuregelung des § 11 TSchg (PDF)

Ansprechpartnerin:

Elke Müller
Vorsitzende der IG-Hundeschulen e. V.

Brokeloher Dorfstr. 34
31628 Landesbergen
Tel: 05027-1633
Fax: 05027-755

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Lehrer oder Looser? Hundeschule gesucht...

In der Ausgabe Februar 2014 der HundeWelt findet man einen interessanten Titel zum Thema Hundeschule gesucht - u.A. mit einem Interview mit der Geschäftsstelle der IG.

Download als PDF mit Click aufs Bild

Presserundschau

In der Zeitschrift Donna (Freundin) - Ausgabe 3/2012 - wurde die IG in einem Artikel erwähnt:

Donna

Tausche Stachelhalsband gegen Training

 

Tausche Stachelhalsband

"Tausche Stachelhalsband gegen Training" - auf diese Aktion wurde die IG unabhängige Hundeschulen e.V. durch facebook aufmerksam.

Die dahinter stehende Idee: engagierte Hundetrainer wollen Hundehaltern, die bisher ein schmerzzufügendes Stachelhalsband zur Führung ihres Hundes einsetzen, die Möglichkeiten aufzeigen, ihren Hund auch ohne das Starkzwangmittel Stachelhalsband zu erziehen.
Es gibt viele Alternativen, die es dem Hundehalter ermöglichen seinen Hund auch ohne Stachelhalsband "im Griff" zu haben.
Egal, ob der Vierbeiner nun unbändig an der Leine zieht, aggressiv gegenüber Artgenossen oder Menschen agiert oder über einen starken Jagdtrieb verfügt.

Die IG unterstützt diese Aktion und hat ihre Mitglieder aufgefordert sich sowohl an der Tauschaktion wie auch an der Petition zu beteiligen.

Welche Mitglieder der IG zu welchem Zeitraum an der Aktion teilnehmen, erfahren Sie direkt bei der jeweiligen IG-Hundeschule oder auf der Homepage der Aktion.

IG | News

Dr. Gabriele Niepel

Eine liebe Freundin und engagierte Kollegin ist von uns gegangen. Dr. Gabriele Niepel ist tot.

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Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren. (Albert Schweitzer)

Gabriele Niepel studierte Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Beratung und Psychologie. Sie promovierte als Wissenschaftlerin an der Universität Bielefeld. 1996 entschied sie sich der wissenschaftlichen Arbeit zur Bedeutung von Hunden für Menschen zunächst den Rücken zu kehren und sich ihren Traum zu erfüllen. Sie eröffnete in Bielefeld ihre Beratungsstelle für Hundehalter.

Es folgten Jahre der Erfahrungen mit Mensch und Hund, Fortbildungen, Studien, Zusammenkünfte von gleichgesinnten Kollegen, Verbandsgründungen und Feststellungen, dass es nicht so einfach ist, den Traum mit Menschen und ihren Hunden zu arbeiten, durchzuhalten. Gabriele Niepel machte sich einen Namen sowohl als Wissenschaftlerin wie auch als Inhaberin ihrer Hundeschule, als Autorin einer ganzen Reihe von Büchern und zahlreichen Artikeln in Zeitschriften, als Dozentin und als Beraterin rund um den Hund.

Ihr ganzes Herz gehörte ihrem Mann und ihren Hunden. Sie züchtete über zehn Jahre Briard und richtete ihre Aufmerksamkeit auf die Welpenentwicklung  und -aufzucht, die Erziehung und Beschäftigung des Familienhundes. Auch Hundehalter deren Hund zum Problem wird, waren bei ihr in den richtigen Händen. Sehr viel Spaß machte ihr die Wissensvermittlung an Hundehalter, Hundeinteressierte, Hundeerzieher und Hundeverhaltensberater.

Viele hundeinteressierte Menschen besuchten ihre Seminare und lernten was ein Hund bedeutet. Sie zeigte einen Weg auf, der richtungsweisend ist. Ein Hund darf ein Hund bleiben, er darf ein Freund des Menschen sein und dieser ist in seiner großen Verantwortung dem Hund verpflichtet. Mit ihrem Tod entsteht eine nicht zu schließende Lücke unter den engagierten und sachlich orientierten Kolleginnen und Kollegen.

Wir sind unendlich traurig.

Foto: Thomas Niepel